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2016-herbst-winter

Bilder: © Sylt Marketing GmbH Noch konsequenter ist die Methode aus Rantum: „Zuge- geben, das war eine Schnapsidee“, sagt John-Meinert Petersen von der „Sylter Trading“ – er und ein paar Kumpels haben Meerwasser in den Whisky getan und lassen ihn damit reifen. „Dazu entwickelten wir zusammen mit einer kleinen Brennerei aus Westfalen ein Destillat, mit dem wir unser Experiment starten konnten.“ Monatelang tüftelten sie am Mischungsverhältnis, denn „…salzig oder gar ver- salzen soll der Whisky natürlich nicht schmecken.“ Als die Mischung passte, haben sie vierzig Fässer bestellt und im Backsteingebäude des Sylter Trading Kontors an der Ran- tumer Hafenstraße direkt am Deich eingelagert. „Wir sind dann in Gummistiefeln runter zum Weststrand und haben uns ein paar Eimer Sylter Nordseewasser geholt.“ Auf ein Fass kam ungefähr ein Glas Nordsee und für drei Jahre ist nun erstmal Ruhe im alten Sherry-Fass. „Das wird gut“, sagt Petersen, der natürlich doch zwischendurch probieren geht. „Die Farbe ist bereits nach einem Jahr honiggelb und der Geschmack gibt eine betörende Mischung von Kirschen, Pflaumen und leichtem Eichenholznoten wieder – und eine Minute später spürst Du Salz auf der Zunge.“ Leidenschaft zu Whisky trieb sie zu diesem Experiment und die Liebe zu Sylt natürlich auch. Und um schnelles Geld geht es nicht „…son- dern um echten Insel-Genuss!“ Dazu braucht’s ein paar gute Ideen, die nahe Nordsee … und viel Geduld. Alexander Sievers, Wein- und Spirituosenhändler aus Tin- num, begann bereits vor drei Jahren einen Sylter Whisky zu produzieren: „Crannog“ heißt er und ist sogar mit echter Insel-Gerste – von Bauer Runkel aus Kampen – hergestellt (und wie alle anderen auf dem Festland gebrannt). Er lagert seitdem bei „Wein Heiliger“. Und seit neuestem auf dem Kutter „Angels Share“ im Hafen von List. „Dann sprachen mich im Frühjahr 2015 Anton Stetter und Hans Kemenater von der bayerischen Brennerei Slyrs an, ob wir nicht zu- sammen einen Sylter Whisky machen möchten.“ Warum den neuen Whisky, die zweite nun bei Slyrs gebrannte Linie, nicht gleich auf dem Meer lagern? „Näher am Meer als auf einem Schiff kann man kaum sein“, sagt er. Also kauften sich Sievers und die Slyrser einen alten Kutter, um den Whisky auf einem Schiff reifen zu lassen. „Durch die salzhaltige Luft und das permanente Schaukeln versprechen wir uns ein tol- les Aroma und auch eine schnelle und intensivere Reifung, als in einem Fass, das still am Meer steht.“ In Büsum bauten sie die „Angels Share“ um – so heißt der Kutter; benannt nach dem Alkohol, der während der Reifung verdunstet und der den Engeln vorbehalten ist. Nun liegt die „Angels Share“ mit ihrer Fracht, das sind zurzeit drei Fässer und sollen aber bis zu 25 werden, im Hafen von List. „Ich bin sehr gespannt, ob der Whisky durch diese Lagerung mehr Meeresaromen aufnimmt“, sagt Alexander Sievers und freut sich: „Probiert wird im November und wenn alles stimmt, wird man Ende des Jahres unseren SILD „Edition Crannog“ genießen können.“ Quelle: Sylt Marketing GmbH WELLEN WASSER SYLT EN VOGUE | ERLEBEN 128

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