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2016-fruehjahr

FRAGEN, DIE DEN STRAND BEWEGEN: DER AUSTERNFISCHER – EIN VOGEL MIT VIELEN NAMEN Neulich hörte ich jemanden sagen: „Die Halligstörche sind mir zu laut“. Ich habe aber gar keine Störche gesehen, sondern nur zahlreiche andere Vögel. Was war gemeint? Halligstorch ist eine seltene Bezeichnung für den Austernfischer (Haematopus ostra- legus). Er hat eine sehr deutliche kontrastreiche Färbung: schwarz-weißes Gefieder und einen auffällig roten Schnabel und Beine. Da er außerdem recht häufig auf Halligen vorkommt, ist er wohl zu seinem Spitznamen gekommen. Der lateinische Name des Austernfischers lautet übersetzt „Austern sammelnder blutroter Fuß“. Dabei sind Austern gar nicht die Hauptnahrung des Austernfischers. Er zieht andere Muscheln wie Miesmuscheln und Herzmuscheln vor. Beim Aufhämmern oder Aufhebeln der Muschelschale nutzen die Tiere ihre Schnäbel ab, aber wie das Haar der Menschen wachsen sie nach: jeden Tag etwa einen halben Millimeter. Haben Austernfischer erst einmal einen Brutplatz gefunden, bleiben sie diesem Revier treu. Im Juni schlüpfen ihre Jungen, meist sind es drei. In dieser Zeit rufen die Eltern besonders laut. Bereits zur Balz kann man das auffällige Trillern der Vögel weit hören. Damit sorgen sie für eine typische Geräuschkulisse am Wattenmeer. SCHAUMKRONEN AM STRAND Man sagt, bei stürmischem Wetter entsteht immer so viel Gischt am Strand. Was genau ist eigentlich Gischt? Wenn der Wind über das Meer bläst, reißt er kleine salzhaltige Wassertröpfchen mit sich. Diese winzigen Tröpfchen sind rund 100 bis 1000 mal kleiner als ein menschliches Haar „dick“ ist und werden in der Fachwelt Aerosol und im Volksmund Gischt genannt. Die auf diese Weise mit Meerwasser angereicherte Luft ist ein wesentlicher Teil des ge- sunden Reizklimas an der See. Es gibt aber noch eine andere Form von Gicht. Eiweiß- abscheidungen von mikroskopisch kleinen Algen und eine Vielzahl an weiteren Stoffen, die der Zersetzung von organischem Material im Meer entstammen, werden bei starkem Wind und Wellenschlag am Strand „schaumig geschlagen“. Dabei erhöhen diese Eiweißstoffe die Oberflächenspannung des Wassers und Luftblasen können sich länger halten als in reinem Wasser. Es bilden sich dann Schaumkronen auf den Wellen, und dieser Schaum wird an den Strand geweht. An manchen Tagen kommt es zu wahren Schaumteppichen. aus dem Buch: „Warum ist die Scholle platt?“ Sylt und das Meer – Fragen und Antworten rund um die Nordsee Windstärke Sylt Verlag, 12,80 Euro Sie erhalten es auch bei dem Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt in List. ANZEIGE SYLT EN VOGUE | ERLEBEN 106

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